Vibrationspumpe vs. Rotationspumpe: Der Pumpen-Vergleich
Fakt ist: Die Espressozubereitung benötigt Druck und Hitze. Doch zwischen den Pumpensystemen gibt es enorme Unterschiede – und mehr bar auf dem Typenschild sind nicht automatisch besser!
Wir unterscheiden primär drei Systeme der Druckerzeugung:
1. Vibrationspumpe
Die gängigste Pumpe in Haushalts-Espressomaschinen. Kompakte Bauweise und effiziente Leistung sind die Gründe für ihren Siegeszug. Über einen Elektromagneten wird ein Kolben in Flussrichtung hin- und herbewegt. Auf diese Weise wird Wasser im ersten Arbeitsschritt angesaugt (ein Rückschlagventil verhindert den Rückfluss in den Wassertank) und im zweiten Schritt in das dahinterliegende Rohrsystem komprimiert, wodurch sich der Wasserdruck aufbaut. Ein weiteres Rückschlagventil verhindert, dass das bereits komprimierte Wasser wieder zurückfließen kann.
Durch diese rasanten Kolbenbewegungen vibriert die Pumpe hörbar, was ihr den Namen einbrachte. Diese Pumpen unterscheiden sich im Durchsatz pro Stunde und im maximalen Druckbereich. Alle gemeinsam haben sie, dass sie nur mit maximal 20° bis 40 °C heißem Wasser arbeiten können und meist im Ansaugbereich drucklos verbaut sind (ideal für Tankgeräte).
Our Fazit:Vorteile: Sehr preisgünstig, extrem kompakte Bauweise (primär für Haushaltsgeräte). Nachteile: Höhere Geräuschentwicklung (laut) und eine begrenzte Lebensdauer.
2. Rotationspumpe (Verdrängerpumpe)
Dieses System besitzt einen kräftigen Motor mit rotierender Welle, der deutlich mehr Platz in Anspruch nimmt. An diesem Motor ist ein Verdrängerkopf (eine Art Fächerrad) montiert, das das Wasser kontinuierlich in eine Richtung komprimiert. Durch die präzise Bauweise kann das Wasser nicht zurückfließen, und ein Rückschlagventil beim Pumpenausgang verhindert zusätzlich, dass der Kesseldruck zurück in die Pumpe drückt.
Rotationspumpen schnurren meist nur leise dahin, und man hört selbst unter Volllast kaum eine Belastung. Die Druckleistung wird in der Regel direkt am Pumpenkopf mechanisch eingestellt, da diese Systeme problemlos einen Druck von über 25 bar aufbauen könnten.
Our Fazit:Vorteile: Angenehm ruhig, perfekte Druckstabilität, sehr einfache Verstellmöglichkeit. Nachteile: Höherer Stromverbrauch, große Bauweise, deutlich teurer in der Anschaffung.
3. Dampfdruck & Muskelkraft (Ohne Pumpe)
Zu guter Letzt ein bewusster Schritt in die Kaffeegeschichte: Bezzera, Pavoni und Gaggia haben bei ihren allerersten Espressogeräten keinerlei Pumpe verbaut. Der notwendige Druck, damit das Wasser durch das Kaffeemehl gepresst wird, wurde rein durch das erhitzte Wasser und den daraus entstehenden Dampfdruck erzeugt. Über einen Hebel und einen simplen Zylinder wird das heiße Wasser aufgezogen und mit manueller Muskelkraft durch das Kaffeepulver gedrückt. Simpel, mechanisch und hochgradig effektiv ist dieses Prinzip auch heute noch bei den zeitlosen Klassikern wie der La Pavoni Europiccola oder Professional anzutreffen.
Our Fazit:Vorteile: Extrem platzsparend, absolut geräuschlos im Betrieb, puristische Mechanik. Nachteile: Erfordert Übung, manuell nie vollkommen vergleichbare Druckverhältnisse.