Saturday 19. May 2012
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Zugegeben wir sind besonders streng, wenn wir aus reinem Interesse Kaffeeverpackungen durchlesen.

"Milde Mischung", "magenschonend", "Hochlandkaffee", sind nur einige der schwammigen Inhaltsangaben der großen Massenproduzenten.

Auf jeder anderen Lebensmittelverpackung ist genau angegeben was sich dahinter befindet und der Konsument kann selber entscheiden, ob er das schöne "Mascherl" oder die "bunte Hochglanzverpackung wählt oder doch den bekömmlicheren 100% Arabica vorzieht.

Auch wir als Röster werden unser Mischungsverhältnis nicht preisgeben oder gar abdrucken, denn das ist unser Geheimnis.

 

Aber wir stehen zu unseren hard-facts:

  • Wir rösten selber - langsam im Trommelröster mit traditionellem Know-how!
  • Der geröstete Kaffee ist frisch und auf Bedarf - keine Lagerhaltung!
  • Der Kühlprozess erfolgt nicht mit Wasser sondern mit frischer Luft - kein Aromaverlust!
  • Keine Beimischung von künstlichen Aromen oder Zucker damit es verkäuflich wird!
  • Keine Müllproduktion mit Kapseln & Co, sondern einfach nur Kaffee!
  • keine leeren Versprechungen sondern Qualität
  • kein Mainstream sondern eine reines gutes Naturprodukt

 

Was bedeutet für Sie "mild"? Wo ich empfinde, dass eine Speise gut gewürzt ist, meint mein Geschäftspartner, dass sei viel zu mild und verlangt nach Tabasco bei der Kellnerin.

Ja mild ist subjektiv und ähnlich verhält es sich mit der Bezeichnung Hochlandkaffee oder "magenschonend".

Lassen wir die Fakten klartext sprechen:

Koffeingehalt: ARABICA 1,2% / ROBUSTA 2,5%

Kaffeefruchtsäure: ARABICA 6,5% / ROBUSTA 10%

 

Es gibt keine verpflichtende Auszeichnung der Inhaltsstoffe für Kaffeeprodukte. So reicht es dem Gesetzgeber, wenn "Bohnenkaffee" als Produktbezeichnung auf dem Etikett steht. Stellen Sie sich einmal vor auf der Flasche steht einfach nur "leichter Weisswein 2010 von Abfüller xy". Irgendwie nicht ausreichend um gleich zuzuschlagen.

 

Der Röstprozess ist ein weiterer wichtiger Faktor bei der Entscheidung welches Produkt man wählt. Ein Trommelröster röstet durchschnittlich seine Charge in 15 Minuten zu seiner gleichmäßigen Farbe. Der Röstmeister überwacht mit eigenem Auge die Entwicklung der Bohnen und verläßt sich auf seine geschärften Sinne (Cracken der Bohne = Bohnensprung), Farbe der Stichprobe und achtet auf Aussentemperatur und Feuchtigkeitsgehalt seiner Ware.

Hier kann man mit Fug und Stolz noch von "Röstmeisterkunst" sprechen.

Die industrielle Massenproduktion arbeitet mit Fließbandröstern und Heißluftröstern. Bei diesen dauert der Röstvorgang etwa 3 bis 5 Minuten.

Nachgewiesener Weise haben bei diesem Verfahren die Bohnen viel zu wenig Zeit um die herrlichen Aromen zu entwickeln und auch schadet die zu hohe Temperatur da die flüchtigen Aromen mit dem austretenden Wasser flüchtig sind.

also Masse statt Klasse - oder Qualität mit Charme!

 

Stichwort "Kühlen mit Wasser": Die Kaffeebohnen verlieren beim Röstvorgang 20% an Gewicht. 20% Wasser entweicht den Bohnen und so hat der Röster zwar 100 kg Rohkaffee in die Rösttrommel eingefüllt, aber nur 80 kg kann er tatsächlich verkaufen - ein Umstand der selbst Steuerprüfer schon einige Male sehr verwundert hat. Ein herber Verlust in Zeiten wo der Rohkaffeepreis in fast unvorstellbare Sphären steigt. Einige Röster helfen hier ein wenig nach, indem der Kaffee nach Röstabbruch einige Sekunden lang mit Wasser betreufelt wird. Die Kaffeebohnen werden dadurch rascher gekühlt - gar keine Frage, aber die Bohnen sind nach der Röstung trocken und "durstig" - die Poren offen wie bei einenem Schwamm. Gierig nimmt die eben geröstete Kaffeebohne die Feuchtigkeit wieder auf und der Gewichtsverlust wird deutlich verringert.

Betrug am Konsumenten, denn Wasser transportiert die Aromen.

 

Kaffee ist das Genussmittel mit den meisten Aromastoffen. Bislang sind knapp 700 Aromen isoliert und wissenschaftlich festgehalten. Gute Qualitäten brauchen keine Zusatzaromen, aber schlaue Chemiker helfen hier bei minderen Qualitäten und künstliche Aromastoffe nach.

Auf diese Weise verändert sich leider auch das Sensorium der heutigen Generation und der Folgenden, denn das Echte, Reine, Gute und Wahre Lebensmittel wird geschmacklich nicht mehr akzeptiert und anstatt dessen das chemisch veränderte und aromatisierte Lebensmittel bevorzugt.

 

Das Thema Müll würde hier den Rahmen wohl sprengen, aber eines muß man den multinationalen Riesen schon lassen: "perfekt, wie sie es schaffen zu stolzen Preisen viel Müll und wenig Kaffee zu verkaufen. Man spricht von 15000 Kapseln in Österreich pro Tag - ein ganz schön großer Müllberg wird hier in Kürze anwachsen. Hoffentlich ist der Müllberg dann auch so "trendy" wie die Bunte Vielfalt jetzt.

Petra Sochovsky | 25.09.2011 18:06 antworten
Ich bin begeistert
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