Saturday 19. May 2012
In unserem Kundencenter bieten wir Ihnen Hilfe und Informationen zu unseren Services.

Kaffeepflanze

Gattung Coffea

Kaffee gehört zu der Gruppe der RUBIACEAE-Pflanzen (Krappgewächse), die mehr als 500 Gattungen und 6000 Arten umfaßt.

Die Wissenschafter sind sich bis heute mit der genauen Klassifizierung nicht im Klaren, aber wahrscheinlich gibt es an die 25 Hauptarten innerhalb der Gattung Coffea. Die Kaffeepflanze ist botanisch gesehen ein Baum und kein Strauch wie er oftmals fälschlicher Weise genannt wird. Jedoch wird aus wirtschaftlichen Gründen die Pflanze auf einer Höhe von etwa 3 m gehalten.

Somit ist sowohl die Bezeichnung Baum wie auch bedingt Strauch korrekt. Zwei Arten werden heute wirtschaftlich angebaut und kultiviert:

 

Coffea arabica (Arabica) und Coffea canephora (Robusta)

 

Diese zwei Arten unterscheiden sich nicht nur in der Anzahl Ihrer Chromosomen, im Anbaugebiet, und in der Empfindlichkeit, sondern sehr wesentlich im Geschmack.

ARABICA

Coffea arabica

Der Arabica wird hauptsächlich in Gebieten von 900 bis 2000 m Seehöhe angebaut, da die bevorzugte Temperatur zwischen 15° und 24° C liegt. Der Strauch ist ein großer Busch mit dunkelgrünen ovalen Blättern. Die Arabica-Pflanze ist sehr parasitenempfindlich. Die Früchte reifen binnen 6-8 Monaten heran sind eiförmig, länger flacher und haben einen gewundenen Schnitt.
Die Farbe reicht von grün bis blau. Meist entwickeln sich in einer Kirsche 2 abgeflachte Bohnen. Sollte nur eine heranreifen, so nennt man die Frucht Pearl(-bohne)

Alle Kaffeepflanzen tragen etwa nach 3 bis 4 Jahren die ersten Früchte, sind äußerst frostempfindlich, und können je nach Klima- und Wachstumsbedingungen bis zu 30 Jahre Ernte bringen.  Die benötigte Niederschlagsmenge liegt bei ca. 1400mm im Jahr. Die Blüten sind weiß, büschelweise angeordnet mit etwa 2cm Durchmesser, mit einem herrlichen jasminähnlichen Duft. Die Blütezeit der Pflanze richtet sich nach der Regenperiode.

 

Somit können alle Stadien der Entwicklung auf einem Strauch zugleich vorkommen. Blüte - grüne Kirschen und rote Kirschen. Die Kaffeekirschen sind etwa 15 mm groß, erst grün, dann gelblich und werden im reifen Zustand hell bis dunkelrot. Das weiche, süßliche Fruchtfleisch der Kirsche wird von einer harten glänzenden Schale umgeben.

ROBUSTA

Coffea canephora

Der Robusta Kaffeestrauch ist ein widerstandsfähiger bis zu 10 m Hoher Flachwurzler. Die Früchte sind rund und benötigen etwa 9 - 11 Monate bis zur Reife. Die Plantagen werden meist in einer Höhe von 200 bis 300 m Seehöhe angelegt und die Pflanze liebt feuchte, warme Böden bei Temperaturen von 24°-29°C. Die Robusta Pflanze ist weniger empfindlich gegen Schädlinge, Krankheit und Hitze und kann wenige Tage auch Temperaturen über 30°C überdauern.
Die Pflanze bevorzugt ein feucht-warmes Klima. Hauptanbaugebiete sind West- und Zentralafrika, ganz Südostasien und sehr vereinzelt auch in Brasilien. Die Bohnen sind meist oval bis konvex und kleiner, als die Arabica-Bohne. Die Farbe der rohen Bohnen ist
meist heller mit bräunlich-grauen Schattierungen.

Erntemethoden

von maschinell bis händisch

Die Ernte variiert je nach Anbaugebiet von September bis Dezember etwa in Äthiopien oder April / Mai in Brasilien. Je nach Plantage und Gebiet gestaltet sich gerade bei Arabica Pflanzen die Ernte aufwendig, da bei Hochlandsorten die Plantagen meist steil und nur schwierig über Lehmstraßen zu erreichen sind. Die Pflücker ernten händisch nach zwei Methoden:

  • Picking (pflücken) oder
  • Stripping (abstreifen)

Die selektive Pflückmethode ist natürlich kostenintensiver und erfolgt in mehreren Durchgängen in Abständen von 8 bis 10 Tagen. Ein durchschnittlicher Pflücker erntet 50 bis 100 kg Kirschen täglich. Davon sind jedoch nur etwa 20 % das Gewicht der Kaffeebohnen. Somit muß ein Pflücker drei bis sechs Tage harte Arbeit leisten bis ein Standardack von 60 kg für den Export gefüllt ist.

 

Dieser kostenintensivere Erntevorgang rentiert sich nur bei qualitativ hochwertigen Arabica Sorten die nach der Ernte naß aufbereitet werden.

Bei der schnelleren und günstigeren Methode des Abstreifens wird die gesamte Ernte einer Plantage in einem Vorgang geerntet. In einigen Gebieten sind bereits Pflückmaschinen im Einsatz, die jedoch einen Pflanzabstand der Kulturen voraussetzten und durch das Abschütteln von Kirschen und Blättern auch aussortieren notwendig machen.

Weiterverarbeitung im Anbauland

Entpulpen, Fermentation, Sortieren

Die Weiterverarbeitung der geernteten Kaffeekirschen erfolgt wiederum in zwei weltweit
gebräuchlichen Vorgängen die direkt im Anbaugebiet durchgeführt werden:

 

Bei der trockenen Aufbereitung werden die geernteten Kirschen auf Trockenfeldern möglichst in der Sonne auf Matten oder
Betonflächen ausgebreitet. Die Kirschen werden regelmäßig durchgeharkt um eine Gärung und Fermentierung zu verhindern. Meist werden die Felder über Nacht abgedeckt oder bei beginnenden Regenfällen  sofort geschützt. Nach etwa 4 Wochen ist der Feuchtigkeitsgehalt der Kirsche drastisch gesunken und die Kirschen haben sich braun verfärbt. Nach der Trockenzeit werden die Kaffeebohnen von dem vertrocknetem Fruchtfleisch maschinell getrennt und noch eine Zeitlang in Silos gelagert.

Die nasse Aufbereitung ist vom Aufwand her bedeutend größer , kann jedoch die Qualität der Bohnen viel besser zur Geltung bringen. Bei der naßen Aufbereitung wird das Fruchtfleisch gleich nach der Ernte mit Hilfe eines Pulpers entfernt, der den
Früchten das Fruchtfleisch abgequetscht.

 

Als nächste Station ist die Fermentation oder Gärung um mit Hilfe von Enzymen die klebrige Restschicht um die Kaffeebohnen zu entfernen.
Etwa 12 bis 36 Stunden verbleiben die Bohnen in diesem Becken um danach wie kleine rauhe Kieselsteine gespült zu werden.

Jetzt wird die Feuchtigkeit der gewaschenen Kaffeebohnen, die noch immer die Pergamenthaut besitzen je nach Plantage auf Trockentischen,
Betonfeldern oder in Trockenmaschinen von etwa 50% auf 11% reduziert.

Vor dem Export des Kaffees wird dieser noch geschält, d.h. von der Pergamenthaut befreit und damit haltbar gemacht. Im Anschluß werden die Bohnen noch poliert und über Rüttelschienen nach Größe sortiert. Meist findet vor der Verschiffung noch eine händische Selektion
statt.

Die meisten Rohkaffees werden in Jute oder Sisalsäcke zu je 60 kg abgefüllt und in Containern oder auf Paletten in die ganze Welt verschifft.

Fermentation kann auch anders stattfinden

Kopi Luwak oder Katzenkaffee

Die Bezeichnung Kopi Luwak stammt aus Indonesien und bedeutet Kopi = Kaffee und Luwak = Musang Luwak (Fleckenmusang); also Katzenkaffee.

 

Die Schleichkatze ernährt sich hauptsächlich von Kaffeekischen, wobei die Tiere nur das Fruchtfleisch verdauen und die beiden Bohnen geschält und fermentiert wieder ausscheiden.

 

Da die Musangs als Katzentieren immer wieder die selben Stellen als Katzenklo benutzen können Einheimische die Ausscheidungen leicht aufsammeln.

 

Nur der Experte kann diesen Rohkaffee von anderen unterscheiden, aber unter dem Mikroskop werden Krater sichtbar, die offenbar von Verdauungsenzymen des nachtaktiven, wieselähnlichen Baumbewohners herrühren.

Bei genauen Armoanalysen fand man heraus, dass das Ergenis nicht immer gleich ist und von vielen Faktoren abhängt. Unter anderen die Dauer, in der die Kaffeekirsche am Waldboden gelegen hat.

 

Die hohe Nachfrage am Weltmarkt verleitet die Indonesier die Katzen zu fangen und in legebatterieähnlichen Farmen zu halten und mit Kaffeekirschen zu füttern. Die Tiere verenden jedoch auf Grund einseitiger Ernährung nach kurzer Zeit qualvoll.

 

Es ist somit fraglich, ob man das durch den Kauf solcher "Spezialitäten" unterstützen will.

 

Übrigens an einer chemischen Nachahmung des Darmsekretes wird bereits geforscht.

Kaffeerösterei
Espressomaschinen
Service
"Brasil" Kaffee-Tee-Import, Großrösterei, Josef Sochovsky GmbH, 1030 Wien, Rennweg 75, Tel.: +43.1.713 61 12-0 | Fax: +43.1.715 63 14 | mocca@brasil.at
http://www.brasil.at/