In der ersten Hälfte des 17.Jhdt war Kaffee in Europa zwar nicht mehr
unbekannt, jedoch wenn dann hauptsächlich ein Getränk der Oberschicht.
Ab 1650 wurde Kaffee in Italien von Straßenverkäufern, die Limonade, Alkohol,
Kakao und nun auch flüssigen Kaffee darboten. Im Jahre 1683 eröffnete Italiens
erstes „Caffé“ in Venedig als Wien gerade von den Türken zum zweiten Mal
belagert wurde. Die Türken ließen 500 riesige Säcke nach der Befreiung durch die
polnischen Truppen zurück. Die Wiener hielten die gelblich-türkisen Bohnen für
Kamelfutter und begannen die Bohnen zu verbrennen. Kolschitzky, der viele Jahre
in Arabien gelebt hatte erkannte den Geruch und griff ein, da er den Kaffee
retten wollte. Kolschitzky eröffnete bald das erste Wiener Café, die „Blaue
Flasche“ und Kolschitzky war der Erste, der den Sud ausfilterte und mit Milch
den Kaffee für die Österreicher bekömmlicher zu machen.
1686 öffnete das erste Kaffeehaus in Frankreich seine Pforten. Das bis heute
bekannte „Café Procope“ in Paris, das im folgenden Jahrhundert bekannte
Persönlichkeiten wie Voltair, Rousseau, Diderot und Benjamin Franklin anzog.
Bereits 1721 gab es in fast allen großen deutschen Städten Kaffeehäuser doch
viele Ärzte warnten vor Todgeburten und Unfruchtbarkeit. Als humorvolle Antwort
Johann Sebastian Bachs schrieb er die bekannte „Kaffeekantate“.
Bereits 1650 eröffnete Jacobs (eine Namensgleichheit mit dem Kaffeeröster
Jacobs) ein libanesischer Jude das Kaffeehaus „für einige, die Freude am Neuen
haben“. In London wurde Kaffee dermaßen beliebt, dass es bereits um 1700 über
2000 Kaffeehäuser gab. Es ist eine Ironie der Geschichte, dass die Briten ab
1730 vom Kaffee immer mehr abgekommen sind. Kaffeehäuser wurden in private
Herrenclubs oder Gaststätten umgewandelt und die neuen öffentlichen Teegärten
wurden etabliert. Durch die Eroberung Indiens durch die Briten war Tee billiger
und „die ehrenwerte Britische Ostindische Kompanie“ vertrieb Tee als Monopol.
Tee war leichter zu verarbeiten, konnte länger ohne Qualitätsverlust gelagert
werden und die Briten haben niemals richtig gelernt Kaffee richtig
zuzubereiten.